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Die Sache mit dem guten Ton...

In den letzten Jahren entsteht fälschlicher Weise immer öfter der Eindruck, die modernen technischen Möglichkeiten erlauben eine wunschgemässe Nachbearbeitung des Originaltons und deshalb ist eine Rücksichtnahme bei der Tonaufnahme am Drehort nicht mehr so wichtig. Das ist vollkommen falsch! Ich behaupte, nur wenn der Originalton schon bei den Mustern funktioniert, kann der Ton nach der Mischung gut werden. Für dieses Ergebnis ist nicht nur der Filmtonmeister, sondern jedes Department verantwortlich. Wenn zum Beispiel extrem laute Motive ausgesucht werden, kann man nicht mit gutem Originalton rechnen. Schlechter oder gar unverständlicher Ton wird den Zuschauer unbewusst irritieren und er wird genervt das Programm wechseln. Ausserdem verliert der Film an Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit, weil der Schauspieler im Synchronstudio auf die Dynamik des Zusammenspiels mit seinen Kollegen in den Originalmotiven verzichten muss. Der Originalton ist nicht dazu gedacht die Synchronkosten niedrig zu halten, sondern er ist ein wichtiges dramaturgisches Stil-Element des Filmwerkes.

Richtig ist, dass der Ton gut ist, wenn er dem Zuschauer während des ganzen Films nicht auffällt. Falsch ist, dass ein Tonteam gut ist, wenn es während des ganzen Drehs nicht auffällt.

Meine Aufgabe als Tonmeister sehe ich in der Ausgewogenheit zwischen möglichst unauffälligem Arbeiten und bestmöglichem Originalton.

Als Filmtonmeister arbeitete ich von 1995-2012 hauptsächlich mit dem Mikromann Fred Pietzner zusammen, der auf eine 30-jährige Berufserfahrung zurückblicken kann. Seit 2013 arbeite ich nun mit der Mikrofrau Lisa Gaggl aus Klagenfurt zusammen. Wir sind ein eingespieltes Team, das durch Nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Unsere Stärken sind unsere Erfahrungen in alltäglichen und extremen Drehsituationen, die gesunde Mischung aus Zurückhaltung und Durchsetzungskraft und ein immer freundlicher und kompetenter Umgang mit den Teammitgliedern. So können wir die meisten Aufgaben lösen, bevor sie zum Problem werden.

Wir arbeiten so unauffällig wie möglich und so präsent wie nötig.

Die Anforderungen an den Filmtonmeister sind mit den gestiegenen technischen Anforderungen deutlich gewachsen. Eine Kommunikation mit der Postproduktion ist heutzutage zwingend erforderlich, damit jeder die neuen Möglichkeiten auch optimal nutzen kann, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Deshalb beschränkt sich meine Arbeit nicht nur auf die Tonaufnahme am Drehort. Im Vorfeld erarbeite ich bereits einen gemeinsamen Workflow mit dem Schneideraum, dem Sounddesigner und der Postproduktion, damit wir alle mit geringst möglichem Aufwand das Beste aus den O-Ton Aufnahmen herausholen können. Während der Drehzeit pflege ich immer einen engen Kontakt zum Schneideraum und liefere alle benötigten Nachsprecher und Nurtöne an. Bei der Tonmischung bin ich (wenn ich nicht drehen muss) immer gerne dabei, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und einen Erfahrungsaustausch mit Sounddesigner und Mischtonmeister zu ermöglichen. Synchrontonmeister werden von unserer Arbeit nicht satt, weil es bei uns auch in schwierigen Situationen meist beim Originalton bleibt. Zaubern kann ich nicht, aber die technischen Möglichkeiten schöpfe ich stets aus.

Unsere gute Laune resultiert aus der Zufriedenheit unserer Regisseure, Cutter, Kameramänner, Produktionsleiter und Mischtonmeister.

Bei allen Synchron-Tonmeistern möchten wir uns hiermit entschuldigen.